Mein Baby hat Schnupfen – was nun?

Eine verstopfte Nase ist für Erwachsene meist nur lästig. Für Babys können Schnupfen und eine verstopfte Nase dagegen richtig anstrengend werden. Hierfür gibt es zwei maßgebliche Gründe: Säuglinge können noch nicht einfach schnäuzen und gerade in den ersten Lebensmonaten atmen sie überwiegend durch die Nase. Ist die Nasenschleimhaut angeschwollen und mit Sekret verstopft, kann das deshalb nicht nur das Atmen, sondern auch das Trinken und Schlafen erschweren.

Warum eine verstopfte Nase für Babys besonders unangenehm ist

Bei einem Schnupfen schwillt die Schleimhaut in der Nase an und produziert vermehrt Sekret. Für Erwachsene ist das unangenehm, aber leicht kompensierbar: Man kann durch den Mund atmen und sich die Nase putzen.
Babys können das noch nicht, sind aber darauf angewiesen, dass die Nasenwege möglichst frei bleiben. Eine verstopfte Nase kann das Trinken erschweren, weil beim Saugen gleichzeitig eine ausreichende Atmung durch die Nase notwendig ist. Das Baby macht dann möglicherweise häufiger Pausen, lässt die Brust oder Flasche immer wieder los oder trinkt insgesamt schlechter.
Auch der Schlaf kann unter einer verstopften Nase leiden. Das Baby findet schwerer zur Ruhe, wacht häufiger auf und wirkt unzufrieden oder erschöpft. Ein Schnupfen kann dadurch schnell zu einer Belastung für die ganze Familie werden.

Was Eltern zunächst selbst tun können

Oft muss es gar nicht gleich ein abschwellendes Arzneimittel sein. Bei einer verstopften Babynase können zunächst einfache Maßnahmen helfen:

  • Mineralsalzhaltige Nasentropfen können die Schleimhaut befeuchten und zähen Schleim verflüssigen. 
  • Sichtbares Sekret kann vorsichtig entfernt werden. Dabei sollte nichts tief in die Nase eingeführt und das Sekret nicht weiter nach hinten geschoben werden.
  • Ausreichendes Trinken ist wichtig, insbesondere bei Fieber.
  • Ein ruhiger Tagesablauf und ausreichend Schlaf können dem Baby helfen, sich vom Infekt zu erholen.

Abschwellende Nasentropfen bei Babys bzw. älteren Kindern: Warum keine Erwachsenennasentropfen?

Einige chemisch-synthetische Nasentropfen enthalten chemisch abschwellende Wirkstoffe. Sie verengen die Blutgefäße in der Nasenschleimhaut. Dadurch geht die Schleimhautschwellung zurück und die Nase wird vorübergehend freier. 
Das Prinzip klingt einfach, aber bei Babys ist besondere Vorsicht erforderlich. Der entscheidende Punkt ist die Konzentration. Abschwellende Nasentropfen sind teilweise erst für ältere Kinder zugelassen, werden altersabhängig konzentriert und müssen entsprechend dosiert werden. 

Ob, wie häufig und wie lange abschwellende Nasentropfen angewendet werden dürfen, hängt vom jeweiligen Präparat und vom Alter des Kindes ab. Bei einem zugelassenen Säuglingspräparat kann beispielsweise eine Anwendung von bis zu dreimal täglich und für maximal sieben Tage vorgesehen sein. Entscheidend sind immer die Angaben in der Packungsbeilage beziehungsweise die Empfehlung von Arzt oder Apotheke.

Bei zu häufiger oder zu langer Anwendung kann die Nasenschleimhaut nach dem Nachlassen der Wirkung erneut oder verstärkt anschwellen. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass das Kind die Tropfen immer wieder benötigt. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einer medikamentös bedingten Rhinitis (Rhinitis medicamentosa). Darüber hinaus kann eine längere Anwendung auch die Nasenschleimhaut schädigen.

Grundsätzlich gilt: Erwachsenennasentropfen gehören nicht in die Babynase. Auch eine vermeintlich kleine Menge ist nicht automatisch eine sichere Dosis.
 

Wie wendet man Nasentropfen bei einem Baby richtig an?

Gerade bei den Kleinsten ist die Anwendung manchmal schwieriger als gedacht. Das Baby zappelt, dreht den Kopf weg und beginnt vielleicht zu weinen, sobald es die Flasche sieht. Ein paar einfache Tricks können die Situation erleichtern:

Den richtigen Zeitpunkt wählen: Wenn möglich, sollten Eltern einen Moment abpassen, in dem das Baby relativ ruhig ist. Bei starkem Hunger oder unmittelbar vor dem Einschlafen kann der Widerstand besonders groß sein.

Das Baby richtig lagern: Säuglinge und Kleinkinder sollten zur Verabreichung von Nasentropfen auf dem Rücken liegen. Nach der Gabe eines Tropfens in das rechte Nasenloch dreht man den Kopf des Kindes vorsichtig leicht nach rechts. Nach der Anwendung im linken Nasenloch wird der Kopf sanft nach links gedreht. So gelangt der Wirkstoff bis in die oberen Nasengänge. Der Tropfer wird dabei nicht tief in das Nasenloch eingeführt, sondern direkt davorgehalten. 

So lässt sich Stress reduzieren

Viele Babys mögen es nicht, wenn etwas in ihre Nase gegeben wird. Hilfreich kann sein, das Baby zunächst ruhig auf den Arm zu nehmen und mit ihm zu sprechen. Manche Eltern empfinden es als einfacher, die Anwendung zu zweit durchzuführen: Eine Person hält und beruhigt den Säugling, die andere verabreicht die Baby-Nasentropfen. Wichtig ist, nicht mit Gewalt vorzugehen. Wenn das Baby heftig weint und sich stark bewegt, kann die Anwendung schwieriger und das Verletzungsrisiko größer werden.

Häufige Anwendungsfehler

  • Zu viel: Mehr Tropfen helfen nicht automatisch besser. Bei abschwellenden Arzneimitteln kann eine Überdosierung problematisch sein.
  • Zu häufig: Auch wenn die Nase nach einigen Stunden wieder verstopft ist, sollte nicht eigenmächtig häufiger nachgetropft werden.
  • Zu lange: Abschwellende Präparate sind für die kurzfristige Anwendung gedacht. Eine längere Verwendung kann die Nasenschleimhaut beeinträchtigen.
  • Falsches Präparat: Nasentropfen für Erwachsene oder ältere Kinder sind nicht für Babys geeignet.
  • Tropfer in die Nase stecken: Der Tropfer sollte nicht tief in das Nasenloch eingeführt werden. Bei einem speziellen Säuglingspräparat wird er lediglich davorgehalten.
  • Eine Flasche für mehrere Kinder verwenden: Aus hygienischen Gründen sollte eine Dosiereinheit nur für ein Kind verwendet werden.

Bedeutet „natürlich“ automatisch harmlos?

Nein. Gerade bei Babys kann diese Annahme gefährlich sein. Ätherische Öle wirken zwar „natürlich“, enthalten aber hochkonzentrierte Pflanzenstoffe. Säuglinge und Kleinkinder reagieren darauf wesentlich empfindlicher als Erwachsene.
Besonders problematisch können beispielsweise Kampfer, Menthol beziehungsweise Pfefferminzöl und Eukalyptusöl sein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass bereits kleine Mengen mancher ätherischer Öle bei Säuglingen und Kleinkindern schwere Reaktionen wie Atemprobleme, Krampfanfälle oder Verkrampfungen des Kehlkopfs auslösen können. Deshalb sollten ätherische Öle bei Säuglingen nicht einfach auf eigene Faust eingesetzt werden.

Und was ist mit selbst gemischten Nasentropfen?

Auch hier ist Vorsicht geboten: Eine selbst hergestellte Lösung ist nicht automatisch hygienisch, sicher oder richtig konzentriert bzw. dosiert. Bei einem Säugling sollte deshalb nicht nach Gefühl mit Salz, Wasser oder anderen Zutaten experimentiert werden.

Quellen und weiterführende Informationen:

Apothekerkammer Niedersachsen, https://www.apothekerkammer-niedersachsen.de/presse.php?view=5142,4, abgerufen am 09.09.2026
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, https://www.kindergesundheit-info.de/, abgerufen am 09.09.2026 
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/aetherische-oele-duftende-wirkungen-mit-einschraenkungen/, abgerufen am 09.09.2026